A.tronic – tangible

Franziska Loos – Gesang
Andreas Wahl – Gitarren
Markus Segschneider – Gitarren
André Nendza – Bässe
Ulf Stricker – Schlagzeug

 

 

A.tronic – Spectacles

CD1:
Céline Rudolph: vocals (2/5/6/7/8/10/12/14/16)
Inga Lühning: vocals (1/3/6/13/15)
Stephan Meinberg: trumpet, fluegelhorn, electronics
Sven Decker: tenor saxophone, clarinet, bass clarinet, electronics
Markus Segschneider: guitars, pedal-steel
André Nendza: acoustic bass
Christoph Hillmann: drums, percussion, electronics

CD2:
Dave Liebman: soprano saxophone
Stephan Meinberg: trumpet, fluegelhorn
Oliver Leicht: clarinet, electronics
Ralph Beerkircher: guitar
André Nendza: acoustic bass
Christoph Hillmann: drums, percussion, electronics

Martin Laurentius in Jazzthing
(CD der Woche in der On-line Ausgabe)
„Vor sechs Jahren erschien mit „Lichtblau“ die erste CD von A.tronic, dem elektro-akustischen Bandprojekt des Kontrabassisten André Nendza. Stand damals das Experimentieren mit und Improvisieren über elektronische Texturen im Vordergrund, so hat sich Nendzas Arbeits- und Produktionsweise im Laufe der Jahre verändert. Elektronik kommt nur noch sparsam zum Einsatz, allenfalls mit Bedacht wird die Musik von A.tronic digital bearbeitet. Nein, die Veränderung tritt in anderer Form zu Tage. Dadurch, dass mit Stephan Meinberg ein Gitarrist hinzugekommen ist, dass mit Céline Rudolph und Inga Lühning zwei Sängerinnen mit dabei sind, die mit ihrem jeweiligen Timbre unterschiedlich, fast gegensätzlich klingen, ist „Spectacles“ weitaus harmonischer und melodischer als das Vorgängeralbum – beinahe wie improvisierte Pop-Musik. Doch ganz will Nendza seine elektro-akustische Experimentierlust nicht vergessen: CD Nr. 2 dokumentiert eine Studiosession von 2005 – mit einem Gitarristen (Ralph Beerkircher) und einem prominenten Gastsolisten (Dave Liebman), aber ohne Gesang und weitaus rauer und jazzgemäßer klingend als CD Nr. 1. Sozusagen der Link zurück ins Jahr 2002.“

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A.tronic – Lichtblau

Stephan Meinberg: trumpet, fluegelhorn
Oliver Leicht: clarinet, electronics
Ralph Beerkircher: guitar
André Nendza: acoustic bass
Christoph Hillmann: drums, percussion, electronics
Céline Rudolph: vocals

special guest:
Dave Liebman: soprano saxophone

CD-Kritik im „Jazzpodium“
„André Nendza sprudelt nur so vor Ideen. Nachdem der Bassist im vergangenen Jahr sein eigenes Label mit einer Duo-CD mit der Saxophonistin Angelika Niescier und einer CD seines Quartetts gestartet hat, präsentiert er mit A.Tronic ein weiteres Bandprojekt. „Lichtblau“ ist eine thematische Suite. Der Grundcharakter jeder der sieben Kompositionen wird vom, meist ungeraden, Grundmetrum bestimmt. So heißen die Titel dann auch lediglich „Seven“, „Five“ oder „Eleven“. Neu ist das soweit erstmal nicht. Das Wie des Weges ist das spannende Kernelement der CD. Die akustischen Instrumente (Stephan Meinberg an der Trompete, Oliver Leicht an der Klarinette, Christoph Hillmann am Schlagzeug und als Gäste die Sängerin Céline Rudolph und Saxophon-Ikone Dave Liebman) werden – mal mehr, mal weniger – elektronisch angereichert. Nicht als Selbstzweck freilich, sondern weil man sich auf die Suche nach der Essenz der Kompositionen macht. Nendza ließ den Musikern viele Freiheiten bei der Ausgestaltung der Stücke. Nach eigenem Bekunden legte er ihnen lediglich Lead-sheets vor, aus denen dann gemeinsam das Stück entwickelt wurde. Und so sind auch weder Rudolph und Liebman noch die anderen Musiker herausgestellte Solisten, sondern ihre Beiträge werden zu Teilen eines großen Ganzen. Fast jedes Stück erhält einen ostinaten Groove, der das melodische Geschehen auf vielfältige Weise beeinflusst. Mal schiebt er sich wie in „Eleven“ unaufdringlich unter ein luftiges Bläserarrangement, mal ist er wie in „Four“ Begleiter einer Ohrwurmmelodie, und in „Thirteen“ führt er das Geschehen forsch voran. In keinem Stück fällt dem Groove dieselbe Rolle zu. Auf dieser Ebene greift dann auch Nendza selbst am meisten ins Geschehen ein und lenkt es nach seinen eigenen Vorstellungen. Zusammengeführt werden diese vielgestaltigen Kleinodien durch sechs „Short cuts“, kleine atmosphärische Schnipsel, die mit Collageneffekten und Samplings die Stimmung des jeweils folgenden Titel bereits andeuten. A.Tronic zeigen, das Jazz und Elektronik nicht zwangsläufig mit monotoner Fusion oder orientierungslosen Beat-Exzessen gleichzusetzen sind. Ihr Entdeckergeist scheint aus dem Bedürfnis erwachsen, den Jazz nicht im Museum versauern zu lassen. In Zeiten, wo Jazzpreise oft nach der Breitenwirkung der Musik und weniger nach deren kreativen Potential vergeben werden, zeigt André Nendza eine Alternative auf. Er kleckert und jammert nicht, er tut was und klotzt.“
(Thorsten Meyer July 2002)

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